Im Rahmen der von der Kunsthalle WIEN initiierten Dialogue Tours 2014, erarbeiteten Elisabeth HUBER und Bernhard ZINGLER eine Serie von geführten Stadtspaziergängen.

Unter dem Motto: „Rites de passage RELOADED“ bewegen wir uns bewusst spazierend durch die Stadtlandschaft. Schwellenmomente werden ergangen – deren Bedeutung anhand von konkreten Beispielen (Tür, Tor, Schwellen, Grenzen: Innen-Aussen) greif- und erfahrbar gemacht. Räumliche und zeitliche Zusammenhänge im Stadtgefüge werden lesbar. Der Karlsplatz fungierte dabei als Fallbeispiel – dieser stellt für sich selbst einen Ort dar, an welchem die Grenzen im Dickicht der Freiraumstrukturen zu verschwimmen scheinen. Die Schwelle liefert dabei den Schlüssel zum Übergang von Bereichen mit unterschiedlichem territorialem Anspruch und deren Verbindung; als Raum per se bildet sie die wichtigste räumliche Voraussetzung für die Begegnung und den Dialog von Bereichen unterschiedlicher Ordnung. Die Bedeutung des Begriffs wird am deutlichsten in der eigentlichen Schwelle, dem Eingang zu einem Haus. Hier handelt es sich um die Begegnung und Versöhnung von Straße und Privatbereich (vgl.http://www.siedle.pdf).

Die Geschichte des Ortes beginnt mit dem Wienfluss und seinen Auwäldern – römische Siedlungen entstehen– weiter zum Vorort, ausserhalb der Wiener Stadtbefestigung – weiter zur Schleifung derselben und dem Beginn der Ringstraßenära im 19. Jahrhundert. Die größte Baustelle Europas entsteht in den 70er Jahren – mit dem Bau der Wiener U-Bahn beginnt auch die Drogenszene – der Karlsplatz wird berüchtigt – kommt in Verruf – Kunst und Kulturinitativen entstehen – bis zum heutigen Tag, wo man vom Kunstplatz Karlsplatz spricht.

Stadtspaziergänge mit Elisabeth HUBER / 2014